Danke für euren Einsatz!

Das Ende einer Spielzeit bringt stets auch Abschiede mit sich. Nach dem letzten Saisonspiel gegen den Handball Sport Verein Hamburg am 12. Juni hat der TBV Lemgo Lippe in der Phoenix Contact-Arena sieben verdiente Spieler verabschiedet. Was jedem von ihnen aus der Lemgoer Zeit in besonderer Erinnerung bleibt, haben sie uns zuletzt erzählt. Der TBV bedankt sich für euren Einsatz und wünscht für die sportliche wie persönliche Zukunft nur das Allerbeste!

Mit 27 Jahren wechselte Andrej Kogut zur Saison 2015/16 von Friesenheim nach Lemgo. TBV-Trainer Florian Kehrmann, der in den Anfängen seiner Karriere mit Koguts Vater Boris in Solingen 2. Liga spielte, sah in dem 1,84 Meter großen Rechtshänder seinen verlängerten Arm auf dem Feld. Längst steht fest: Der gebürtige Moskauer wurden den TBV-Erwartungen mehr als gerecht. Über all die Jahre war „Mr. Schlagwurf“ Führungsfigur, Motivator – und über fünf Jahre TBV-Kapitän. „Das Einlaufen vor dem Spiel hat mir bis zuletzt immer Gänsehaut bereitet“, sagt Lemgos langjähriger Spielmacher mit der Nummer 5. Neben dem sensationellen Pokalsieg bleibe ihm auch der Klassenerhalt im Jahr 2017 auf ewig in besonderer Erinnerung: „Zum Ende der Saison entwickelte sich ein ganz toller Teamspirit.“ Seine letzten Worte: „Ich wünsche dem Verein viele weitere schöne Momente. Bleibt lieb zueinander!“

Bjarki Már Elísson und der TBV, das passte von Anfang an: Gleich in seiner ersten Saison im TBV-Dress krönte sich der 1,90 Meter große Isländer zum HBL-Torschützenkönig. 216-mal traf „Zlatan“ ins Schwarze und löste damit seinen Landsmann Siggi Sveinsson ab, der die Torjägerkanone in der Saison 1984/85 mit 191 Treffern zuletzt nach Lemgo geholt hatte. Schnurstracks stieg der ehemalige Berliner mit seinen Toren zur Lemgoer Lebensversicherung auf – und hinterlässt mit seinem Wechsel große Fußstapfen im Lipperland. „Viele schöne Siege“ habe Lemgos Nummer 4 feiern dürfen, in dieser Saison sei der Weg ins REWE Final4 ein Highlight gewesen. Aber auch an das denkwürdige 27:27-Remis in Flensburg aus der Saison 2020/21 denke er gerne zurück. „Vielen Dank für die gemeinsamen drei Jahre. Es war mir eine Ehre, hier zu spielen. Ich wünsche der Mannschaft, dem Trainerteam, den Mitarbeitern auf der Geschäftsstelle und natürlich auch den Fans alles Gute für die Zukunft. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Besuch“, sagt Lemgos Tormaschine zum Abschied. Nächster Halt: Telekom Veszprém.

Was Andreas Cederholm von Anfang an beim TBV beeindruckte, „war das skandinavische Prinzip. In Lemgo wird viel Wert darauf gelegt, dass die Mannschaft Leistung bringen soll und nicht der Einzelne“, sagt der Linkshänder. In ganz besonderer Erinnerung bleiben werde ihm Christoph Theuerkauf: „Unser gegenseitiges Spielverständnis war etwas völlig Einzigartiges. Wir mussten uns nur ansehen, um zu wissen, was zu tun war.“ Obwohl „Ceder“ gleich zweimal mit dem TBV das REWE Final4 bestritt, „werde ich das Viertelfinale gegen die Eulen Ludwigshafen nie vergessen. Die Halle kochte, es war so eine coole Atmosphäre.“ Den Halbfinaleinzug in der „Eberthölle“ mit Fans und Mannschaft ausgelassen zu feiern, sei ein ganz besonderer Moment gewesen. Für den TBV-Anhang findet der 32-Jährige nur anerkennende Worte: „Sie sind unglaublich treue und bescheidene Fans. Egal, wie es läuft, sie stehen immer hinter dir und kommen mit positivem Feedback.“ Ursprünglich lief sein Vertrag noch bis 2024. Mit dem Wechsel zu IFK Kristianstad zieht es ihn vorzeitig zurück in die Heimat, wo nach wie vor seine Frau Sanna lebt. „Ich möchte mich beim ganzen TBV dafür bedanken, dass er an mich geglaubt und mir die Chance gegeben hat, mir eine große Rolle zugeben und endlich einen Titel zu gewinnen.“

Als dieser Mann von Redbergslids IK Göteborg nach Lemgo wechselte, war er in Handball-Deutschland ein nahezu unbeschriebenes Blatt. Vier Jahre später hat Jonathan Carlsbogård als Pokalsieger, WM-Vizeweltmeister und EM-Goldmedaillengewinner längst den Sprung in die Weltspitze geschafft. Lediglich zu Anfang benötigte Lemgos Taktgeber noch etwas Anlaufzeit: „Das Niveau zur schwedischen Liga war ein ganz anderes. Darauf musste ich mich erst einmal einstellen und habe viel Zeit auf der Bank verbracht“, sagt der 27-Jährige rückblickend. „Aber all das gab mir die Motivation, noch mehr zu trainieren und noch besser zu werden.“ Mit Lemgo im vierten Jahr sogar europäisch spielen zu können, „war ein absolutes Highlight. Es war eine tolle Erfahrung, all das miterlebt zu haben.“ Keine Frage, mit ihm verliert das TBV-Spiel zum Sommer seinen Fixpunkt: „Ich habe hier die Möglichkeit bekommen, meinen Traum von der deutschen Bundesliga zu verwirklichen. Danke an alle, die im Hintergrund tolle Arbeit leisten. Ich habe mich in diesen vier Jahren sowohl als Spieler als auch als Mensch sehr weiterentwickelt. Dafür bin ich auf ewig dankbar.“

Er kam, als der TBV mit Ach und Krach die Klasse gehalten hatte. Peter Johannesson wurde so etwas wie ein gutes Omen. Seitdem der Schwede das TBV-Tor hütet, ging es für den lippischen Handball-Bundesligisten stetig ein Stückchen bergauf. „Dass wir es bis in die European League geschafft haben, war schon ein absolutes Highlight“, sagt der 30-Jährige, dessen unfassbare Paraden beim denkwürdigen Pokal-Halbfinalsieg gegen den THW Kiel
unvergesslich bleiben werden. „Ich wünsche dem Klub einfach, dass er weiterhin erfolgreich bleibt und die positive Entwicklung bestätigen kann. Ich habe viele nette Menschen kennenlernen dürfen. In der neuen Saison als Gegner zurückzukehren, ist natürlich immer speziell – aber so ist eben der Profisport.“ Zur neuen Saison zieht es den EM-Goldmedaillengewinner zum Bergischen HC.

Wie schon bei seinem Bundesliga-Debüt am 1. Oktober 2020 brauchte Michel Reitemann auch in dieser Saison kaum Anlaufzeit, um als Kreisläufer sein erstes Pflichtspieltor zu markieren. „Ich habe mich auch riesig gefreut, dass ich in der European League mit dabei sein durfte oder auch beim Final4. Das sind Ereignisse, mit denen ich vor einem knappen Jahr wahrscheinlich so nicht gerechnet hätte“, sagt der gebürtige Lemgoer, der alle Jugendmannschaften bis zu den Profis durchlaufen hat. „Ich erinnere mich schon gerne an die Saison 2014/15 zurück, als wir Westdeutscher Meister mit der C-Jugend wurden. Hark Hansen und Fynn Hangstein waren auch mit dabei. Bis heute gehören sie zu meinem engen Freundeskreis.“ Um den nächsten Schritt zu gehen, schließt sich der 22-Jährige zur neuen Saison dem ambitionierten Drittligisten TuS 04 Kaiserslautern-Dansenberg an. „Ich habe jetzt mein ganzes Leben hier verbracht. Es wird mir guttun, etwas Neues zu sehen und mich einer neuen Herausforderung zu stellen.“

Bis zu den B-Junioren spielte Linus Geis für seinen Heimatverein HSC Bad Neustadt ehe er sich in Lemgo in sein erstes größeres Handball-Abenteuer stürzte. Für die Profis debütierte der gebürtige Unterfranke in der Saison 2017/18. Beim Team HandbALL stieg der 2,02 Meter große Rückraumlinke zum Abwehrchef auf – auch weil er sich bei den Profis eine Menge von Abwehrexperten wie den Guardiola-Zwillingen und Jonathan Carlsbogard abschaute. „Die acht Jahre in Lemgo waren mir ein großes Vergnügen. Ich konnte mich hier entwickeln, vieles von sehr guten Spielern lernen und auch sonst ein tolles Leben führen. Das werde ich nie vergessen!“, sagt Linus Geis zum Abschied. Im Sommer zieht es ihn zurück in die Heimat. Bei Zweitligist DJK Rimpar Wölfe trifft er mit Julius Rose auf einen alten Bekannten aus seiner Lemgoer WG.

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